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2009. Schleswig-Holstein-Festival Konzerte mit Bettina Pahn (Sopran)

Unterhaltsame Entdeckungsreise in die deutsche Musikgeschickte.
 "Heimspiel - Deutschland entdecken" ist das Motto des gesamten Programms des Schleswig-Holstein-Musikfestivals 2009. Wer bei der Ankündigung des Konzertes in Hohenwestedt glaubte, alles zu kennen, was in der Vorschau genannt wurde, hatte nur teilweise recht: Auch die vom Titel her bekannten Volkslieder erklangen hier in einer künstlerisch verfeinerten Form, zusätzlich wurde mit Werken von Adam von Falckenhagen (1697-1754) und Sylivius Leopold Weiss (1687-1750) auch Unbekanntes serviert. Zu entdecken gab es demnach viel in dem Konzert mit Joachim Held (Theorbe und Laute) und Bettina Pahn (Sopran) in der Hohenwestedter Peter-Pauls-Kirche.
 Auch wenn es im "Musicalischen Tafelkonfekt" dieses Abends viel Bekanntes zu hören gab - so wie hier kann man Volkslieder und Kunstmusik selten erleben. So, wie Bettiana Pahn und Joachim Held Volkslieder wie "Weißt du, wieviel Sternlein stehen, Horch, was kommt von draußen rein, Alle Vögel sind schon da, Es waren zwei Königskinder" oder das plattdeutsche "Dat du min Leevsten büst" sangen und spielten, ließ ab dem ersten Ton frühere Zeiten lebendig werden: Sei es die eigene Jugend oder das Barock mit verinnerlichtem Erleben.
Anfangs noch nicht gegebene Ruhe und Besinnlichkeit waren es, die den beiden Künstlern im ersten Teil des Konzerts das Leben vor dem noch von Hektik und Unruhe eines sonnigen Alltags aufgewühlten Publikums erschwerte. Lange wurde noch geredet und flüsternd kommentiert, was man da hörte, so dass sich inniger und erwartungsvoller Kontakt zwischen Künstlern und Publikum nur schwer erreichen ließ. Was man aber schon ab dem ersten Lied vernahm, war schlicht sensationell: Bettina Pahn sang nicht nur die bekannten Texte, sie verstärkte mit feinstens austarierten Betonungen noch deren Sinn und adelte damit die an sich bekannten Volksliedtexte. Sie deckte, ebenso wie Joachim Held in seiner Begleitung auf Theorbe und Laute Hintergründe auf - und machte damit den tieferen Sinn dieser populären Volkslieder bewusst. Hat man je die Sternlein so vorgesungen gehört? Mit so sanfter, weicher und präziser Stimme? Und so einfühlsam begleitet? Dieses Lied nahm sofort wieder einen vorderen Platz im Ohrwurm-Gedächtnis ein. Dazu trug auch die gekonnte und mit vielen kleinen musikalischen20Extras gewürzte virtuose Begleitung durch Joachim Held bei, der auch in seinen Solo-Auftritten durch sangliches Spiel verzauberte. Besonders die g-Moll-Suite für Laute von Sylvius Leopold Weiss verfehlte in diesem Konzert der leisen Töne, die zwingend zum Lauschen verführten, ihre Wirkung nicht.
 Daneben kam auch der Humor nicht zu kurz: Sei es, dass Joachim Held vor der Pause in Georg Philip Telemanns "Glück" wie das Glück selbst "einschlief" und aufgeweckt werden musste oder bei der Beschreibung von allerhand Nasen, des Geizes oder der Kunst des Küssens.
Zwei Zugaben krönten diese Entdeckungsreise in die deutsche Musikgeschickte, darin besonders "Der Mond ist aufgegangen" in einer sehr innigen Wiedergabe durch Bettina Pahn und Joachim Held, die tief bewegte und teils zu Tränen rührte. "Das ging unter die Haut" beschrieb Willi Biß vom Hohenwestedt Marketing beim Hinausgehen treffend die Wirkung dieses Liedes. Nicht nur das: Wem feine Nuancen und sensible Empfindungen nicht fremd sind, fühlte sich den ganzen Abend in eine andere Zeit versetzt.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - 11.8.2009, Fra (Konzert 6.8.2009)
Telemanns "Tafel-Confect" - Hohenwestedt "Wer Gesangsstücke zum Thema Nasen ins Konzertprogramm setzt, der hat den Schalk im Nacken: Vor Spiellust sprühend präsentierten Bettina Pahn (Sopran) und Joachim Held (Laute und Theorbe) vor 370 Zuhörern "Ohrenvergnügendes und Gemüthergötzendes Tafel-Confect" in der Peter-Pauls-Kirche in Hohenwestedt. Volkslieder in platt-, mittel- und hochdeutsch, Arien und Kantaten aus dem 18. Jahrhundert, dazu Solowerke für Laute und Theorbe - das20Programm ist fein durchdacht, reich an Humor und Tiefe. Bettina Pahn bei der Inszenierung dramatischer Wendungen bis hin zur musikalischen Übertreibung zuzuhören und zu sehen, ist eine Lust. Die hintergründig ironische Färbung in Georg Phillip Telemanns Kantate Der Geiz (TWV 20:26) leuchtet die Sängerin mit dem timbrereichen beweglichen Sopran aus Minenspiel und Stimme aus.

Innig goldener Ton wärmt die Melancholey (Andreas Hammerschmidt). Ansteckendes Lächelnlockt die Zuhörer mit auf die an Trillern und Vorhalten reichen Läufe von Telemanns Kantate Das Glück (TW 20:25). Als einfühlsamer Begleiter wird Joachim Held Komplize im temperamentvollen Spiel seiner Partnerin. Als er - szenisch passend - schnarchend einnickt und das Zupfen einstellt, erntet er einen Klapsauf den Hinterkopf. "Das kenne ich von Zuhause", verrät er später, was zur besonderen Harmonie des Paares beitragen könnte: Die Musiker sind verheiratet. Als Solist faszinierte der für Sylvius Leopold Weiss Suite g - moll mit einem "Bravo" bedachte Held durch vertieftes virtuoses Spiel - der Lautenspieler zupfte auf einem Nachbau und einem aus der Barockzeit stammenden Instrument."

Kieler Nachrichten - 8.8.2009, Beate König (Konzert 6.8.2009)
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 2008. Musique pour le Roi

"Nach seiner Italienrundreise "Che Soavitá" macht Joachim Held jetzt mit seinem Solorecital "Musique pour le Roi" Station an den französischen Adelshäusern und -höfen des Barock. Ausgewählt hat er dafür Suiten von Komponisten wie Jacques Gallot, Charles Mouton und Robert de Visée, die es als hochgeschätzte Lautenisten bis in die unmittelbare Nähe der höchsten Regenten à la Ludwig XIV. geschafft hatten. Spätestens seit den Einspielungen von Helds Lehrer Hopkinson Smith sind zwar all diese Namen nicht mehr nur Alte-Musik-Insidern ein Begriff. Dank Joachim Held, der das Lautenspiel in den letzten Jahren immer populärer gemacht hat, dürfte der Markwert dieser kostbaren Partituren auch um ein Vielfaches gesteigert werden sein.

Oberflächlich folgen die aneinandergereihten Tänze dem damals gängigen Suitenschema. Und wenngleich man schon aus den weit zurückliegenden (Vinyl-)Einspielungen eines Konrad Ragossnig und Anthony Bailes erahnen konnte, um was für kühne und gestenreiche Klangmikrokosmen es sich hierbei handelt, erfüllt Held die konzentrierte Rhetorik mit selten gehörter Farbigkeit und Variabilität. An der Theorbe und elfchörigen Barocklaute, die beide aus der Londoner Werkstatt von Klaus T. Jacobsen stammen, sorgt er mit bewundernswerter Plastizität für Spannungs- und Intensitätskontraste, die Strenge und Würde, Kontemplation und Gelassenheit in Vollendung betonen."

Rondo Magazin, Guido Fischer - Oktober 2008
"In der Reihe seiner Veröffentlichungen hat sich der preisgekrönte Lautenist Joachim Held in der Vergangenheit verschiedenen europäischen Kompositionstraditionen für die Familie der Lauteninstrumente zugewandt: Werke aus Deutschland und Habsburg spielten eine hervorgehobene Rolle, zuletzt erkundete Held das italienische Repertoire. Nun wendet er sich einem sehr speziellen Bereich zu - der im Umfeld des französischen Königshofs Ludwigs XIV. gepflegten Kompositionspraxis für die Laute. Die reiche französische Tradition in diesem Bereich gründete sich auf eine intensive Auseinandersetzung mit der Stimmung der Laute und eine kreative stilistische Beschäftigung mit den Möglichkeiten des Instruments.
 Ennemond Gautier (1575-1651) war eine der prägenden Figuren, ihm folgten neben anderen Charles Mouton (1617-vor 1699) oder Jacques Gallot (?-1690) nach. Diese Meister bildeten den ambitionierten ‚style brisé' heraus: In den fein gesponnenen Kompositionen kommt eine avancierte Satztechnik zum Einsatz, die melodische Linien unterbricht und damit verunklart. Eine kunstvolle Vermischung der Stimmen steigert den Eindruck der Komplexität des musikalischen Geschehens und gibt den tänzerischen Grundformen der in Suiten geordneten Sätze einen artifiziellen Zug.
 Sehr gelungen
 Auch in diesem Repertoire bewegt sich Joachim Held sehr sicher und umsichtig: Er präsentiert sich technisch stark, präzise und mit ebenso schönen wie zurückhaltend eingesetzten Verzierungen. Die einzelnen Sätze der Suiten werden weniger zu ausgeprägten Charakteren geformt als in einen
interpretatorischen Kontext eingebettet, der von den oben kurz skizzierten satztechnischen Eigenarten geprägt ist. Auf der Basis einer harmonischen Tongebung zeichnet Held die Strukturen sehr fein, geht an die Kompositionen nicht mit übergroßer Energie heran - was deutlich der richtige Weg zu sein scheint. Denn die anspruchsvollen, eher reflektierten als unmittelbar temperamentvollen Werke verlangen nach einem feingeistigen Zugriff, den Held - ohnehin kein Interpret, der zu energischem Überdruck neigt - findet und dem er über die Dauer des Programms souverän folgt. Dazu wurde die Produktion in einem sehr klaren und plastischen Klangbild realisiert, das die Struktur der Musik sehr genau abbildet und sämtlichen Registern der zu Gehör kommenden Instrumente gerecht wird.
 Insgesamt ist eine feine Interpretation sehr speziellen Repertoires zu erleben, die in der Diskographie Joachim Helds einen wichtigen Platz einnehmen dürfte und seinen Weg als Interpret überzeugend weiterführt."

Klassik.com, Dr. Matthias Lange - August 2008
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Französische Lautenmusik des Barock (Vö.: 2008)

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 2007. Che Soavità

"Joachim Held continues his series of recordings for Hänssler Classic with Italian Music from the first half of the 17th century. The CD begins with a varied selection of pieces for chitarrone by Piccinini from the Libro Primo (1623), including extensive variationson La Monica in the Partite sopra quest´aria francese detta l´Alemana, a leisurely Corrente prima, and finishing a Toccata cromatica involving some very odd shifts of harmony.

...Held´s expressive playing is well suited to this repertoire: a combination of opposites, of strength and delicacy, simplicity and subtlety. Particular noteworthy is his interpretation of Castaldi´s Tasteggio soave, which is hyperbolically described in the sleeve notes as `as perhaps one of the most exciting chitarrone compositions."

Early Music Review - Rez. Aus August 2007
"Uneitles Künstlertum

Die erste Platte nach einer überaus erfolgreichen und preisgekrönten Produktion ist für den betreffenden Künstler sicher keine ganz einfache Sache: Einerseits dokumentieren Ehrungen und Preise die Anerkennung der Künstlerschaft und des interpretatorischen Könnens, andererseits steigern sie die Erwartungshaltung der interessierten Öffentlichkeit erheblich. Auch im Falle des deutschen Lautenisten Joachim Held durfte man gespannt sein, wie sein neues Projekt gelingen würde, nachdem ihm im Herbst 2006 der begehrte ‚Echo Klassik' in der Kategorie ‚Beste solistische Einspielung' zuerkannt worden war - eine für Künstler und Instrument bemerkenswerte Ehrung, wie der Blick auf die Reihe weiterer Preisträger verrät. Held hatte den Preis für seine Einspielung ‚Erfreuliche Lautenlust. Barocke Lautenmusik aus habsburgischen Landen' erhalten. Schon zuvor hatte er sich mit mehreren Produktionen als Kenner des deutschen Repertoires profilieren können.

Nun, auf seiner neuen Platte mit dem Titel ‚Che Soavitá', wendet sich Held der italienischen Musik für Chitarrone und Erzlaute zu, wie sie in Ferrara, Rom und anderen kulturellen Zentren in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand. Es sind vor allem bekannte Namen, die das repräsentative Programm prägen: Neben Kompositionen Alessandro Piccininis (1566-1638) und Giovanni Girolamo Kapsbergers (ca. 1580-1651) erklingen einzelne Sätze aus größeren Arbeiten von Michelagnolo Galilei (1575- 1631) und Bellerofonte Castaldi (1580-1649). Alle Stücke entstammen Sammlungen, die zwischen 1611 und 1640 im Druck erschienen sind und entsprechend ihrer Entstehungszeit stilistisch differieren: Während die frühen Arbeiten Piccininis trotz manch geschickt integrierter Tanzform noch stark auf einer kontrapunktischen Basis ruhen, sind die späteren Kompositionen Kapsbergers bereits von einer größeren Freiheit geprägt, strahlen sie extrovertiertes tänzerisches Temperament aus und beweisen den inzwischen gewachsenen Mut zum affektiven Moment.

Innerer Glanz.

Joachim Held stellt einmal mehr das unter Beweis, was schon seine vorherigen Aufnahmen auszeichnete: Seine technische Basis ist solide, souverän werden die Herausforderungen in diesem Bereich gemeistert. Überzeugende Geläufigkeit und makellose Tongebung lassen keine Wünsche offen. Das stark dynamisierte Spiel der rechten Hand erlaubt es Held, variabel zu gestalten, die Freiheiten der zahlreichen Toccatensätze zu nutzen und durch Stauung und Forcierung des Tempos eine intensive interpretatorische Spannung zu erzeugen.

Held lässt die Musik und die von ihm verwendeten Instrumente glänzen - er drängt sich nicht in übermäßiger Betonung eigener Künstlerschaft in den Vordergrund. So strebt der Lautenist zum Beispiel auch in dem äußerst repräsentativen Satz ‚Fulminant Gagliarda' von Castaldi nicht nach virtuoser Geste, sondern beweist sein sicheres Gespür für den Wechsel von Intimität und Klangentfaltung. Womit eine der ganz großen Stärken dieses Instrumentalisten benannt zu sein scheint, der das Interesse des Hörers auf das genuin Musikalische des Genres lenken möchte und weniger auf die eigene - mit der vorliegenden Platte freilich eindrucksvoll unterstrichene - Meisterschaft. Und die oben angedeutete Herausforderung wurde, man ahnt es inzwischen, souverän bewältigt."

Klassik.com - Rez. Vom 11.07.07 / Dr. Matthias Lange
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Italienische Lautenmusik des Barock (Vö.: 2007)

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 2007. Deutsche Volkslieder

"Ihre CD "Deutsche Volkslieder" mit Bettina Pahn und Joachim Held gehört laut Einschätzung unserer Redaktion zu den besten Volksliedereinspielungen seit Fritz Wunderlich."

Singen, 2008
"Fernab aller Hitparaden der Volksmusik mit ihrer ranzigen Fließbandware gibt es zum Glück noch Musiker, die sich für das Einfache und Echte begeistern. Einfach gut, nämlich unmanieriert und intonationssicher singt Bettina Pahn 25 Lieder und Balladen von "Alle Vögel sind schon da" bis "Kein schöner Land in dieser Zeit", die nun auch dank Joachim Helds sparsam-eleganter Lautenuntermalung wie kleine Offenbarungen wirken."

SPIEGELKultur, Februar 2008
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Das Lieben bringt groß' Freud' (Vö.: 2007)

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 2007. Chi mi sente cantar

"Elisabeth von Hessen (1596-1625) muss so etwas wie eine Isabella d'Este nördlich der Alpen gewesen sein - wenn auch ohne den bedeutenden politischen Einfluss, den die italienische Fürstin ausübte. Elisabeth war im humanistischen Geiste umfassend gebildet und spielte selbst Laute und Orgel. Ihre Sammlung von Lautenstücken, in einem kleinen Büchlein in der Universitätsbibliothek von Kassel erhalten und hier zum ersten Mal veröffentlicht, ist ein Spiegel höfischer Musikkultur, die von je her europäisch orientiert war: Neben Kompositionen ihres Vaters, des Landgrafen Moritz, genannt der Gelehrte, finden sich ebenso selbstverständlich musikalische Mitbringsel aus Italien (besonders von Enrico Radesca di Foggia (†1625) und Stücke von John Dowland, der den Kasseler Hof auch persönlich aufsuchte. Und da es in dieser Zeit nicht nur die eine, gültige Fassung gab, finden sich in diesem Notenband auch interessante Varianten bekannter Stücke. Die Mischung aus Expressivität und Intimität, die viele dieser oft kurzen Lieder und Tänze ausstrahlen, die Klangfarben der Laute machen den Reiz aus, dem man sich auch heute kaum entziehen kann. Klaus Mertens, bekannt vor allem durch zahlreiche Aufnahmen mit Ton Koopman, gelingt es mit seiner angenehmen Stimme, den Tonfall der Texte zu treffen, die auch im Falle der Kompositionen Dowlands alle in Italienisch überliefert sind. Es ist eine ausdrucksstarke, jedoch nie ein "juste milieu" verlassende Haltung, die Mertens kennzeichnet, und die für diese Stücke alles andere als unangebracht ist - man achte etwa auf "Fede giustificata" von Radesca di Foggia, das Lied eines hart geprüften Liebhabers, das mit einer Art Aufschrei beginnt und doch einen sprechenden Ton anschlägt, wie er für die Musizierpraxis vor Monteverdi kennzeichnend ist. Joachim Held ist ein eher zurückhaltender Begleiter und zeigt seine
Fähigkeit zu feiner Differenzierung der Klangfarben eher in den Solostücken wie einer Pavane des Landgrafen Moritz. Eine sehr hörenswerte CD, nicht nur für Spezialisten."

Matthias Reisner, 17.3.2007
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Das Lautenbuch der Elisabeth von Hessen (Vö.: 2007)

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 2006. Deutsche Lautenmusik

"Bereits auf einer ganzen Reihe solistischer Einspielungen hat sich Joachim Held in den vergangen Jahren nicht nur als Förderer hoch interessanten Lautenrepertoires bekannt gemacht, sondern auch als formidabler Interpret derselben. Auf seiner dritten Einspielung bei Hänssler kehrt er erneut zu dem Repertoire zurück, das ihm ganz bedonders zu liegen scheint: der späten Lautenliteratur des achtzehnten Jahrhunderts. Außer einer Suite des neben Bach wahrscheinlich berühmtesten Lauten - Komponisten Sylvius Leopold Weiss, präsentiert er solch faszinierende Fundstücke wie zwei Arien aus Hasses Cleofide und eine Suite aus Händels Almira. Auch die Sonaten von Falckenhagen und Hagen und das Tombeau von Georg Gebel d. J. führen vor Augen, dass die Laute kurz vor ihrem Verschwinden zum Ende des achtzehnten Jaahrhunderts noch eine echte Hoch - Phase erlebte. Held ist ein großartiger Fürsprecher für diese Musik. Seine poetische Diktion kommt mit ihrer Feinfühligkeit und (kalkulierten) Spontanität ohne weiteres in die Nähe seines früheren Lehrers Hopkinson Smith. Gleichzeitig überzeugt er mit der Selbstverständlichkeit, mit der er die polyphone Struktur einiger der Stücke nachvollziehbar macht und mit großer Musikalität in eine sinnvolle Rede überführt..."

Pizzicato - Rez. Aus Januar 2007
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Deutsche Lautenmusik des Barock (Vö.: 2006)

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 2006. Erfreuliche Lautenlust

"Diese wunderschöne Sammlung von Lautenmusik aus dem Heiligen Römischen Reich der Österreichischen Habsburger zeichnet die zweite Blüte der 17. Jahrhundert französischen Lautenschule in wirklich sehr reichen Farben, mit zwei Passacaglias und vier substantienellen und unterschiedlichen Suiten. Pater Ferdinand Fischer, offensichtlich ein sehr fähiger Lautenist, intavolierte die Passacaglias. Muffats is aus seinem Armonico Tributo von 1682, eine wunderbare Sammlung von Concerti grossi in dem damals modernen "gemischten" Stil; Bibers is aus der Sammlung von der 1681er Sammlung von Violinsonaten.

Dazwischen finden sich bedeutende Beispiele des französischen Stils, wie er von denen nördlich und östlich Lebenden aufgenommen und adaptiert wurde. Die Suite in D - Dur (selbst in einem französisch-italienischen Mischstil) von Wolff Jakob Lauffensteiner (1676 - 1754) und die Suite in G - Dur, hier Johann Jakob Weiss (1662 - 1754) zugeschrieben, wurden bisher beide Silvius Leopold Weiss, dem grossen Zeitgenosssen von Bach zugeschrieben, so gross ist die Qualität der Musik. Esajas Reusners Suite in D - moll stammt aus seiner 1667er Sammlung "Erfreuliche Lautenlust" ("Delightful Lute - Pleasure"). Reusner war einer der ersten, der den französischen Stil im Norden einführte (er studierte mit einem französischen Meister). Johann A. Losyy (1650 - 1721), ein Bürger Prags zu deseem Gedenker S.L. Weiss sein berühmtes Tombeau schrieb , ist mit seiner überragenden Suite in F - Dur vertreten. Alle Suiten folgen der klassischen französischen Form, aber mit substantiellen Veränderungen des Stils und der Einfügung optionaler Tanzformen (wie Reusner´s wundervollen Paduana).

... Joachim Held spielt eine moderne Kopie einer 11 - chörigen Barocklaute. Er empfing den größten Teil seiner Ausbildung an der Schola Caantorum Basiliensis, und zusätzlich zu seiner Soloarbeit (dies ist seine vierte Soloaufnahme) ist er ein gefragter Continuospieler. Deswegen ist ihm eine ausgreifende musikalische Vorstellungskraft zu eigen: Er setzt die unterschiedlichen stilistischen Merkmale, die den Lebensnerv dieser Musik ausmachen, mit dem größten Geschmack um (besonders die Behandlung des style brisé nicht nur der Akkorde sondern auch bei Intervallen und das differenzierte inegale Spiel) and suggeriert orchestrale Farben mit Leichtigkeit - dies ist besonders für die Passacaglia von Muffat anzumerken.

Tim Crawords Text Text ist sehr informativ und erlaubt es dem Leser sich bei jedem Komponisten in den Kontext einzufinden. Der Aufnahmeklang ist so sauber und detailliert wie das Spiel. Dies ist eine wohldurchdachte und attraktive Aufnahme, obwohl ich gerne die beiden Passacaglias die Plätze tauschen ließe, so daß der Muffat die Aufnahme beenden würde - wie es auch in der Originalsuite in dem Armonico Tributo mit einem so bewegenden Effekt geschieht."

Robert Levett, 2006
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Barocke Lautenmusik aus Habsburgischen Landen (Vö.: 2006)

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 2004. Nach willen dein

"In dem deutschen Lautenisten Joachim Held scheint ein Nachfolger für Hopkinson Smith heranzureifen. Mit überragender Technik, lucider Klarheit des Spiels und einer außergewöhnlichen Imaginationskraft der Interpretation leuchtet in seiner Aufnahme deutscher Lautenmusik der Renaissance ein Dreigestirn lautenistischer Tugenden. 1963 in Hamburg geboren studierte er an der Schola Cantorum Basiliensis bei Eugen Dombois und Hopkinson Smith. Nach einem Lehrauftrag an der Musikhochschule Heidelberg/Mannheim unterrichtet er seit 1997 am Konservatorium in Hamburg. Seine reichhaltige Konzerttätigkeit umfasst Zusammenarbeit mit R. Jacobs, N. Harnoncourt, R. Alessandrini und G. Antonini.

Der Hauptteil der CD ist dem 1508 in Pressburg geborenen Hans Newsidler gewidmet, der in Nürnberg mit der Veröffentlichung von acht Tabulaturbüchern - in deutscher Tabulatur geschrieben -, welche die gesamte Breite lautenistischer Kunst vom Anfänger bis zum Virtuosen umspannen, lange vergessenen aber unsterblichen Ruhm am Lautenhimmel erlangte. Es folgen Werke des um 1450 in Schwäbisch-Gmünd geborenen Hans Judenkünig, der, von der franko-flämischen Schule beeinflusst, zwei der ersten deutschen Lautentabulaturen verfasste. Weiters von Arnolt Schlick und Simon Gintzler, die sich alle der schwierigen deutschen, vom blinden Organisten Conrad Paumann erfundenen, Tabulatur bedienten, welche jedem Platz auf dem Griffbrett eine eigene Zahl oder Zeichen zuordnet.

Auch lautenistisch nicht besonders interessierte Hörer sollten sich diese Musik einmal an einem stillen Abend anhören, um einen "Blick" vom musikalischen Inhalt der putzigen Stuben in den alten Nürnberger Bürgerhäusern zu erhaschen."

Franz Szabo, Mai 2004
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Deutsche Lautenmusik der Renaissance (Vö.: 2004)

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